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«In mir ist es finster, aber bei Dir ist das Licht.»

Diesen Zweizeiler habe ich vor 30 Jahren erstmals auf einem Messing-Gedenkschild in einer deutschen Bahnhofshalle entdeckt. In mir ist es finster – eine urmenschliche Erfahrung. Unsere Kräfte sind begrenzt, und die inneren Batterien verbrauchen sich. Die Seele reagiert wetterwendisch: Zuerst wird es trüb, dann neblig, auf einmal ist es finster. ABER bei Dir ist das Licht. Die zweite Verszeile bietet Hilfe. Da klingt jene wohltuende Realität an, dass jemand da ist – für uns da ist – dem Lebensatem und -kräfte nicht schwinden. Verbunden sind wir mit ihm durch ein trautes DU: «… aber bei DIR ist das Licht.»

Der Zweizeiler stammt aus einem Gebet von Dietrich Bonhoeffer. Evangelischer Theologe, der den Widerstand gegen das Naziregime kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges mit seinem Leben bezahlte.

In mir ist es finster,
aber bei Dir ist das Licht;
ich bin einsam,
aber Du verlässt mich nicht;
ich bin kleinmütig,
aber bei Dir ist die Hilfe;
ich bin unruhig,
aber bei Dir ist der Friede;
in mir ist Bitterkeit,
aber bei Dir ist die Geduld;
ich verstehe Deine Wege nicht,
aber Du weisst den Weg für mich.

(Dietrich Bonhoeffer, 1906–1945)

Kraftquelle

«Das Netz ist zerrissen und wir sind frei»  – sich nicht von der Angst einengen lassen

Im Psalm 124 erinnert sich das Volk Israel, dass Gott es nicht alleine gelassen hat in Zeiten der Not. Der Blick richtet sich in der Not nicht auf das Elend, sondern auf Gott. „Wir sind entkommen wie ein Vogel aus dem Netz des Fängers; das Netz ist zerrissen und wir sind frei! Unsere Hilfe kommt von der Ewigen, die Himmel und Erde geschaffen hat, sie ist für uns da!“