Ich hatte Freunde eingeladen und vergessen, den Termin im Kalender einzutragen. Sie kamen mit Geschenken – und ich war nicht zu Hause. Es tat mir leid! Mutig hatte ich eine Projektgruppe ins Leben gerufen und vergass die erste Sitzung. Eine Sitzung, die ich hätte leiten müssen. Die Welt ging nicht unter, im Team waren selbständig denkende Menschen. Trotzdem sollte das nicht zur Gewohnheit werden.
Darum führe ich eine doppelte Agenda. Für besondere Termine richte ich einen Alarm ein. Und weil ich zur alten Schule gehöre, verknote ich unterwegs ein Taschentuch, wenn mir etwas Wichtiges einfällt oder beschreibe mit einem Kuli die Handfläche. Beim Frühstück kontrolliere ich den Geburtstagskalender, und wenn die Butter ausgeht, ergänze ich den Einkaufszettel. Schliesslich fülle ich vor dem Einschlafen ein paar Post-it-Zettel aus, damit ich tags drauf an alles Nötige denke. Mein Leben: eine ausgefeilte Erinnerungsstrategie mit gelegentlichen Schwächen …?
Im Februar war ich drei Wochen in Berlin. Täglich stieg ich am Nordbahnhof die Treppe hoch zum Arbeitsplatz. Und dann entdeckte ich plötzlich auf einer Treppenstufe ein kleines weisses Feld, schwarz beschriftet: «Jesus nicht vergessen.» Zunächst störte mich der Imperativ, und ich murmelte: «Danke, Jesus, dass du mich nicht vergisst.» Und weil ich in Berlin Geburtstag feiern konnte, dachte ich an die 22’300 Lebenstage, die mir der Schöpfer geschenkt hat und an über zwei Milliarden Herzschläge, die meinen Körper in 61 Jahren durchpulst haben. Dankbar hielt ich fest: Mein Leben – ein Geschenk …!
Ich habe zwei Texte für sie, einen ganz neuen (von mir) und einen ganz alten (aus der Bibel). Vielleicht hilft ja der eine oder der andere ein bisschen, mit einer Welt zurecht zu kommen, in der man nie genau weiss, in welcher Weltlage man am nächsten Tag aufwacht.
Die Welt brennt, und ich mache trotzdem weiter. Die Welt brennt, und ich pflanze trotzdem meine Tomatensetzlinge. Die Welt brennt, und ich lese trotzdem 1x am Tag die Nachrichten. Die Welt brennt, und mein Herz wird immer wieder schwer. Die Welt brennt, und ich wünsche mir den Deus ex Machina* mit einem Kübel Wasser. Die Welt brennt, und ich wollte schon einige Kapitel meiner Bibel rausreissen und ins Feuer werfen. Die Welt brennt, und wenn für mich irgendwas aus dieser Asche steigen wird, dann hoffentlich das:
Ja, die Welt brennt, aber die Liebe brennt immer noch heisser. Ja, die Welt brennt, und WIR machen trotzdem weiter.
*Deus ex Machina (Der Gott aus der Maschine) ist ein Ausdruck, der aus dem griechischen Theater kommt. Wo in der Geschichte, wenn alles verloren scheint, eine Gottheit ganz unerwartet auftritt und eine Lösung bringt.
Text aus der Basisbibel:
Ich bin zutiefst überzeugt: Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen – nicht der Tod und auch nicht das Leben, keine Engel und keine weltlichen Mächte, nichts Gegenwärtiges und nichts Zukünftiges […] Nichts von alledem kann uns von der Liebe Gottes trennen. (Römerbrief 8,38-39)
Es isch auso Wöschtag gsi u das – dass chöiter mr gloube! – isch immer ä koordinatorischi Höchstleistig. Imne Huus mit meh Parteie aus Wuchetäg u nume eire Wöschmaschine, isch scho dr Wöschplan uszklügle an sich ä rächti Useforderig. Het me de Wöschtag, de empfiuts sech, dr Timer zsteue, für müglechst ziitnach di nächsti Wösch chönne überztue, das me do o düre ma, bevor di nächsti Partei dran isch. Drzue chunnt ä relativ chline Wöschruum, wo dWösch im Winter o nach 24 Stung nid troche isch – im Summer chame se zmingst dusse häiche, was di ganzi Sach definitiv entspannt.
I üsem Fau chöme zwöi witeri erschwärdeni Faktore drzue: besagtes Chliching u dass mir im oberste Stocke wohne u di Wöschmaschine natürlech im Chäuer steit. Das bedütet, Wösch samt Sack u Pack aui Stägene achetrage inklusive Ching – u wehe me vergisst öpis. Z.B. dWöschcharte. Nä genau überlege, wi mängi Mühli Wösch me mindestens scho muess mit ache nä, u weli me zersch wöschet. Wüu wes eini isch, wome cha i Tumbler gheie, de isch das aschliessend ä bedütende Ziitufwandungerschied zu eire, wome muess häiche. Glichziitig müesse die Sache, wo am schlechtiste tröchne müglechst früech gwöschet wärde, dass si so lang wi müglech i däm Ruum chöi hange, wo dWösch ja nä am Schluss glich nid troche isch. U au die Überlegige müess no ufe Tagesrhythmus vom Ching abstimmt wärde. Wüu irgendwenn isch ja z.B. o no Ziit füre zÄsse oder füre Mittagsschlaf. U da das Ching im Bsitz vor ungloubleche Superchraft isch, o im Schlaf no sofort zmerke, wemes nume churz allei laht u i Chäuer geit – muess di nächsti Wösch bis nach däm Schläfli warte, was di müglechi Wöschziit no mau verchürzt.
A däm Wöschtag, woni nech drvo wet vrzeue, isch dr Ziitdruck bsungers gross gsi, wüu dWöschmaschine ersch abem Mittag frei isch gsi. Auso nume ä haube Tag Ziit füre Wöschbärg taktet suber zübercho u ersch no i dere Tagesheufti, wo o no dr Mittagsschlaf stattfingt. Heisst: mis Stresslevel isch ziemlech wiit entfernt vo yoga-töifeentspannt gsi.
Es isch scho öpe haubi 5i am Abe gsi u i ha zZiitfäister bis di aktuelli Müliwösch isch fertig gsi, wöue nutze, für no gschwing ga di letsche Sache zkömmerle für Znacht. Natürlech het zChing lieber wöue säuber loufe aus i Wage zhocke – wis überhoupt immer aus am liebste säuber würd mache – u i sägenechs, jedi Wägstrecki duuret miteme Chlinching ungloge locker 10 mau lenger aus ohni. Mir si auso los, i scho 10 Meter vorus im Stächschritt, da luegeni zrugg u gseh, wi zChing am Bandeli steit u Blüemli beguetachet u dran schmöckt. Strahlend luegts mi a u rüeft «Muetti» u bedütet mr, i söu o cho schmöcke. I reagiere irgendwo zwüsche chli verzwiflet u unghaute: «Chani dran schmöcke, wemer ume heich chöme u kömmerlet hei?» U i däm Momänt, woni das sägä, merkeni säuber wie dumm dass das isch, wasi da grad gseit ha. Würklech? Hani nid mau drei Sekunde Ziit für amne Blüemli zschmöcke? Isch das so ne ungloublechi Ungerbrächig im Fahrplan, dass das uf ke Fau Platz het?
Mis Ching isch voreme gäublüchtige Osterglöggil gstange – u mir isch plötzlech klar worde, aus um üs zügt grad vo Ostere. Vor Uferstehig. Drvo, wi Läbe nöi erwachet, nöi wird, lüchtigs Läbe vouer Rueh u Fridä. Nume gsehni das gar nid. Wüu amne Wöschtag hani ke Ziit für dUferstehig. Hani mr ömu igredt. I bi nes Besseren belehrt worde. U wüsster was? Es het gschmöckt nach Rettig u Glückseeligkeit.
Die Schildkröte hat es, ein langes Leben oder im neuen englischen Modewort ausgedrückt die «Longevity». In Wikipedia können wir dazu lesen: «Der Begriff beinhaltet im deutschen Sprachgebrauch vor allem Erkenntnisse und Ratschläge zur Verlängerung der menschlichen Lebenszeit, wobei es das Ziel ist, den Alterungsprozess zu verlangsamen, altersbedingte Beschwerden zu vermeiden und vor allem die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu bewahren oder gar zu erhöhen. Quantität und Qualität der Lebensjahre sollen gesteigert werden.»
Wünschen wir uns das nicht alle, ein langes Leben in guter Gesundheit? Und mal ehrlich, haben wir nicht alle etwas Mühe damit, älter zu werden und zu erkennen, dass unser Körper sich verändert? Was, wenn wir tatsächlich unserem Leben mehr Qualität und Quantität hinzufügen könnten?
Ein langes Leben zu haben ist auch schon in Texten unsere Bibel ein Thema. Erstaunliches lesen wir im 1. Buch Mose: Adam sei 960 Jahre und der älteste in der Bibel genannte Mensch, Methusalem, gar 969 Jahre alt geworden. Diese Zahlen klingen utopisch. So erstaunt es nicht, dass nach Erklärungen dafür gesucht wurde. Mal ging man davon aus, dass die Zeitrechnung anders war – es wurde mit Mondmonaten und nicht mit unserem heutigen System gerechnet, was das biblische Alter Methusalems auf 78 Jahre verringern würde. Oder die Zahlen werden symbolisch gewertet und sollen eine Achtung des Alters bewirken. Oder die Zahlen werden relativiert und angeraten, sie nicht wörtlich zu nehmen. Daneben gibt es auch realistische Aussagen zum Alter von uns Menschen. In Psalm 90 steht zum Beispiel: «Die Zeit unseres Lebens währt siebzig Jahre, wenn es hochkommt, achtzig.» Eine Erfahrung, die mehr unseren aktuellen Durchschnittswerten entspricht. Es sei hier noch angefügt, dass damals ein langes Leben als ein Segen und Geschenk empfunden wurde.
Longevity – Langlebigkeit, durchaus ein verlockendes Angebot vieler Hersteller von Pülverchen und Nahrungsmittelergänzungen. Ein Traum auch, der bereits von Millionären in den USA verfolgt wird durch einen ausgefeilten Lebensstil mit einem strikten Lebensplan und nicht selten vielen Pillen, die dazu beitragen sollen, dass zumindest das biologische Alter des Körpers verlangsamt oder um ein paar Jahre zurückgedreht wird. Nebeneffekt dieser Bemühungen: das Leben ist voll getaktet und es bleibt keine Zeit mehr zu spontanen Entscheidungen. Auch Genussmomente stehen nicht mehr auf dem Programm. Ob das erstrebenswert ist? Ob das der Sinn des Lebens sein kann, sich nur noch dem Körper und der Langlebigkeit zuzuwenden?
Einigen Menschen auf dieser Erde ist es tatsächlich vergönnt, ein wirklich langes Leben in guter Gesundheit zu verbringen. Darüber berichten die Artikel zu den sogenannten «Blue Spots» auf dieser Erde, an denen Menschen gegen hundert Jahre alt werden und eigentlich ein zufriedenes und einfaches Leben führen ohne Longevity-Tipps. Andere sterben viel zu früh, auch wenn sie gesund gelebt, Sport getrieben und alle möglichen medizinischen Angebote zur Verjüngung des Lebens angenommen haben. Das zeigt mir, das Leben ist zwar von uns gestaltbar, doch am Ende können wir ihm vermutlich kaum aus eigener Kraft mehr Tage hinzufügen. Das Leben ist und bleibt ein Geschenk, das wir täglich neu in Empfang nehmen dürfen. Etwas Kostbares, zu dem wir Sorge tragen sollten. Denn selbstverständlich ist es nicht, dass wir uns am Abend schlafen legen und am Morgen wieder aufwachen. Diese Erkenntnis soll nicht Grund zur Ängstlichkeit sein, sondern uns ermutigen, dass wir wieder bewusster unser Leben leben und unseren Tagen mehr Leben und Tiefe geben.
Ich wünsche Ihnen daher einfach erfüllte Tage und Gottes Segen, der Sie auf Ihrem Weg begleitet.
Dry January, einen Monat ohne Zucker, Verzicht auf Fleisch, mehr frische Zutaten für die Ernährung – haben Sie Vorsätze für eine gesunde Ernährung gemacht? Einen solchen Vorsatz für beschränkte Zeit umzusetzen ist viel einfacher, statt zu denken: «das mache ich für den Rest meines Lebens». Ein Monat – das geht vorbei, das schaffe ich!
Szenenwechsel: Daniel, an einem fremden Königshof. Hierher wurde er verschleppt im Krieg, diesem König muss er seine Fähigkeiten zur Verfügung stellen, ob er will oder nicht. Er muss dieselben Speisen essen, obwohl seine Religion es ihm verbietet. Als Gefangener hat er dazu nichts zu sagen, doch er weigert sich. Er macht dem König einen Vorschlag: «Lass mich und meine Freunde für zehn Tage unser eigenes Essen zubereiten: frisches Gemüse und Wasser. Danach sieh, ob es uns gut geht». Nach diesem Versuch sehen sie gesünder aus als die andern, sie dürfen mit dieser Kost weiterfahren. Seine Geschichte wird in der Bibel erzählt.
So wie Daniel einen Versuch startete, so starte ich jedes Jahr eine Fastenzeit. Ab Aschermittwoch (dieses Jahr am 18. Februar) bis Ostern verzichte ich auf einige ungesunde Nahrungsmittel und erfahre jedes Jahr, wie gut es mir tut. Fasten ist eine uralte Tradition in vielen Religionsgemeinschaften, es tut gut. Was es mit dem Anschnallen im Auto oder im Flugzeug zu tun hat? Nur das Wort: fasten = englisch: befestigen; deutsch (falls das Wort aus dem Gotischen stammt): festhalten (zum Beispiel an den Geboten der Enthaltsamkeit). Ein Versuch lohnt sich!
Kennen Sie den Menschen auf dem Bild? Jugendliche werden diese Frage mehrheitlich mit: Keine Ahnung! beantworten. Viele ältere Leute hingegen werden ihn erkennen. Er war und ist mir ein Vorbild. Als Gymnasiastin wollte ich wie er Medizin studieren und in Afrika helfen.
Albert Schweitzer war Organist und hatte je einen Doktortitel der Theologie und der Philosophie. Er hätte in einem dieser Gebiete Karriere machen und reich werden können. Stattdessen studierte er Medizin und baute mit seiner Frau, die für die Finanzen sorgte, in Lambarene ein Urwaldspital auf. In späteren Jahren erhielt er für seinen Einsatz gegen die atomare Aufrüstung den Friedensnobelpreis. Er wird als guter Mensch verehrt und bewundert.
Menschen, denen wir nacheifern können, sind wichtig. Sie können uns positiv, aber auch schlecht beeinflussen. Ich denke z.B. an die Präsidenten der USA und weiterer Staaten, die mir egoistisch und menschenverachtend vorkommen und trotzdem von Vielen bewundert werden. Sorge machen mir auch die Influencer in den sozialen Medien, die sich den Frauen überlegen fühlen und junge Männer in dieser Haltung beeinflussen oder Gewalt verherrlichen. Auch die Influencerinnen, die den jungen Frauen weismachen, dass nur Schönheit und Glanz wichtig seien, kann ich nicht verstehen.
Ich wünsche mir mehr Menschen, die Freundlichkeit und Hilfsbereischaft vorleben und deswegen zu Vorbildern werden. Die Haltung der „Ehrfurcht vor dem Leben“, die Albert Schweitzer vertrat und lebte und die er auf Jesus zurückführte, ist mir immer noch ein Wegweiser in meinem Tun.
Das heutige Baptisterium der Lydia im gleichnamigen Dörfchen in Griechenland (Foto: Christine Sieber)
Lydia träumte von einem anderen Leben – nur wusste sie nicht, wie das aussehen könnte. Sie konnte sich nicht beklagen: das Geschäft lief gut, ihre Kinder waren gesund, wissbegierig und unternehmungslustig, sie hatte Freundinnen in der «guten Gesellschaft». Aber innerlich sehnte sie sich nach etwas, was sie selbst nicht benennen konnte.
Lydia lebte in Philippi, im antiken Griechenland. Während der letzten drei Monate habe ich mich auf ihre Spuren gemacht und viel Neues gelernt. Sie stammte aus Thyatira in der heutigen Türkei und betrieb einen Purpurhandel. Purpur war damals wertvoller als Gold. Wer wieviel Purpur an seinen Kleidern haben durfte, wurde vom Kaiser reglementiert.
Lydia war nicht (mehr) verheiratet, sie stand aber einer Hausgemeinschaft vor, in der wahrscheinlich Kinder, Sklavi*innen und von ihr abhängige Arbeiter*innen lebten. Am Samstag ging sie jeweils mit anderen Frauen vor die Stadt an einen Fluss, wo sie bei jüdischen Gottesdiensten mitfeierte.
Mich fasziniert an Lydia, dass sie vor 2000 Jahren ein sehr emanzipiertes Leben gelebt hat. Obwohl es viele Unterschiede zu uns gibt (wie z.B. die Sklaverei, die damals «normal» war), hatte sie teilweise dieselben Ängste, Träume und Alltagssorgen wie wir. Ihr Traum ging in Erfüllung, als sie Christin wurde. Mein Traum ist es, einmal ein Buch über sie zu schreiben. Was ist Ihr Traum?
Die wenigen Sätze, die von Lydia in der Bibel stehen, kann man in der Apostelgeschichte, Kapitel 16, Verse 13-15 und 40 nachlesen.
Ich liebe Rätsel! Natürlich nicht nur die gängigen wie Kreuzworträtsel und SuDoKu, sondern manchmal auch das Finden von Unterschieden oder komplexere Rätsel, die sich in der Suche nach einem Mörder in Krimis oder bei kniffligen Psychothrillern zeigen. Rätseln ist etwas Spielerisches, wobei ich auch noch etwas lernen kann, wenn eigenes Wissen nicht ausreicht.
So kam ich auf die Idee, dieses Jahr am Seegottesdienst im Neuhaus den Mitfeiernden auch ein Rätsel aufzugeben. Passend zum Wetter und der Ferienstimmung vermittelnden Musik der Steeldrums wurden bunte Sonnenbrillen mit dem Logo KGU an der Seite verteilt. Findige Rätselfüchse erraten sicherlich schon dessen Bedeutung: KirchGemeinde Unterseen. Stimmt, aber das wäre doch gar zu einfach. Für die drei Buchstaben präsentierte ich am Gottesdienst mit Taufen eine Auflösung: Kraftvoll Gesegnet Unverzagt. Doch ich war überzeugt, dass da noch andere Auflösungen der drei Buchstaben möglich sind. Also lud ich alle ein, die gerne Rätseln, mir bis Ende Juli ihre Lösungsvorschläge zu schicken. Und es kamen ein paar originelle Vorschläge. Hier die drei Gewinnerauflösungen:
1. Platz «Kunterbunt Gutgelaunt Umgänglich»,
2. Platz «Kirche Ganz Unkonventionell»
3. Platz «Konsequent Gott Umarmen».
Natürlich gab es auch etwas zu gewinnen. Die Jury bestehend aus dem Kirchgemeinderat und den Mitarbeitenden vergab Punkte und wählte so die drei originellsten Lösungen aus. Die GewinnerInnen erhalten nun eine Nachricht und einen Gutschein von unserem Bäcker Mohler. Herzlichen Glückwunsch!
Bild: Natalie Aebischer
Einem Rätsel gleicht auch das Lesen biblischer Texte. Wie bei einem Kreuzworträtsel braucht es zum Entschlüsseln der Bibel auch ein gewisses Mass an Wissen. Besonders wichtig dabei ist das geschichtliche Hintergrundwissen zu den Zeiten, in denen die Texte entstanden sind. Dieses hilft enorm, um die Texte einordnen und deren ursprünglichen Sinn entziffern zu können. Kenntnisse der biblischen Texte und des Aufbaus der Bibel erleichtern das Lösen des Rätsels zusätzlich, denn die meisten Texte enthalten Anspielungen auf andere biblische Texte oder setzen deren Kenntnisse voraus.
Da ich im Studium noch die alten Sprachen gelernt habe, in denen die Texte ursprünglich geschrieben sind, kann ich auch direkt selbst eine Übersetzung eines Textes machen – das braucht natürlich etwas mehr Zeit als das Lesen der deutschen Übersetzungen, aber mitunter lassen sich in den kleinen Nuancen, die sich je nach Wortwahl bei der Übersetzung ergeben, spannende Dinge entdecken. Ein kleines Beispiel: viele kennen sicherlich das Sprichwort «Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf» – ein Wort, das sich aus Psalm 127,2 verselbständigt hat und meint, dass es gewissen Menschen ganz einfach fällt, Dinge zu erreichen. Aber eigentlich heisst es bei genauer Lektüre im Urtext nur: «Den Seinen gibt der Herr den Schlaf»! Gut ausgeschlafen fällt natürlich Vieles leichter, aber eben, die Arbeit muss dann doch selbst gemacht werden und kommt nicht einfach im Schlaf zu uns in den Schoss.
Mit etwas Übung lassen sich also unsere manchmal als verstaubt bezeichneten Bibeltexte auch enträtseln. Lösungen gibt es dabei natürlich Verschiedene. Und sie können durchaus in unserem Alltag aktuell sein oder werden.
Habe ich Ihre Neugier geweckt? Dann fangen Sie doch einfach an zu lesen und zu rätseln – Hilfe finden Sie nicht nur online, sondern auch bei uns vor Ort im Gottesdienst oder in persönlichen Gesprächen…
Ich wünsche Ihnen viel Spass, guten Mut und Durchhaltewillen bei den Rätseln, die sich Ihnen stellen und gute und lebensfreundliche Lösungen.
Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, bei mir ist immer Lesesaison – und darum dachte ich, ich empfehle ein paar wirklich tolle Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Sie sind aus ganz verschiedenen Genres, so dass für verschiedene Geschmäcker was dabei ist:
Joshua – Der kleine Zugvogel von Inka Pabst Ein besonderes Bilderbuch! Erst beim Lesen habe ich bemerkt, was es für eine ungewöhnliche Geschichte ist. Denn sie nimmt den kleinen Zugvogel Joshua und benutzt ihn als wunderschöne, aber auch traurige Metapher für Sternenkinder. Kinder, die nur allzu kurz bei ihren Eltern und Familien auf dieser Erde weilen, geliebt werden und dann… weiterziehen.
Megalästig – megalecker – megagesund: 30 Unkraut-Rezepte von Janine Hissel Ein Buch für alle GärtnerInnen, HobbyköchInnen und alle, die es vielleicht noch werden wollen. Der Begriff Unkraut ist sowieso nur eine Frage der Definition. Und so bringt das Buch einen neuen (alten) Blick auf drei „Unkraut“Planzen und besticht mit tollen Rezepten.
Pageboy von Elliot Page Für alle, die gerne Biographien lesen – ein wirklich beeindruckendes Portrait eines Lebens im Rampenlicht. Die Themen sind teilweise ziemlich heftig, und es geht definitiv unter die Haut. Es zeigt einmal mehr, dass man von aussen nie wissen kann, was hinter einer glitzernden Fassade wirklich passiert. Und zuletzt noch etwas explizit theologisches, das aber so geschrieben ist, dass es gerade auch für nicht TheologInnen sehr interessant ist!
What is the Bible?Von Rob Bell Der Untertitel erklärt eigentlich schon alles was man wissen muss: „Wie eine antike Bibliothek voller Gedichte, Briefe und Geschichten verändern kann, wie du über alles andere denkst und fühlst.“ Auf Deutsch ist es als EBook, auf Englisch als Taschenbuch erhältlich.
Nun wünsche ich vergnügliche, inspirierende und gemütliche Stunden beim Lesen.
Kennen Sie die Geschichte von Moses wundersamer Rettung aus dem Nil? Ein ägyptischer Pharao beschloss vor mehr als 3000 Jahren, alle Knaben der fremden Volksgruppe, die für ihn arbeitete zu töten. Um ihren Sohn zu bewahren, setzte die Mutter von Moses ihn in einem mit Pech abgedichteten Korb im Schilf des Nils aus. Eine Tochter des Pharaos fand den Knaben und rettete ihn. Mirjam, Moses Schwester erschien „zufällig“ und vermittelte seine Mutter als Amme. Später wurde Moses am ägyptischen Hof erzogen.
Moses war der Anführer des Volkes Israel, das der Sklaverei in Ägypten entfloh. Er sprach mit Gott, bekam von ihm die 10 Gebote, wirkte Wunder und galt als Autor der ersten 5 Bücher der Bibel. Moses begründete eigentlich das Judentum, das Christentum und den Islam.
Dann haben die Bibelforschenden und die Archäologie herausgefunden, dass die 5 Bücher Mose einen Entstehungsprozess von ungefähr 600 Jahren haben. Die Geschichte von Moses Rettung gibt es beinahe wortgleich in früheren Schriften über König Sargon aus Assyrien. Auf einmal ist historisch wenig übrig von der Gestalt des Moses.
Was bleibt also von den Ursprüngen unseres Glaubens? Ich meine viel! Glaube soll weiterbringen, nicht stur sein. Die Geschichte von Moses im Schilfmeer lehrt uns Menschenliebe und listiges Vorgehen gegen Gewalt, wann immer sie entstanden ist. Der Bericht einer Gruppe von Menschen, welche der Sklaverei entfloh und sich Regeln für ein friedliches Zusammenleben gab, erzählt von der Freiheit. Gott übersteigt unser menschliches Verstehen und steht für die Liebe und den Weltfrieden. Pfarrerin Eva Steiner