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Erntedank - oder wenn die Küche und der Tiefkühler zu klein werden ...

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Die Körbe voller Äpfel, Zwetschgen und den letzten Tomaten stehen in unserer WG Küche herum.
An den Türrahmen hängen die Kräuter zum Trocknen.
Es riecht nach ruhigem Lavendel, würzigem Rosmarin und Erkältungsteesalbei.
Nach Überfluss!
Einiges davon fühlt sich sehr verdient an: so wie die Tomaten, für die ich in der nicht enden wollenden Hitzewelle, jeden Tag Giesskannen geschleppt habe.
Die Zwetschgen aber, die sind wie ein Geschenk. Wachsen am Baum, unbeachtet bis sie auf den Parkplatz darunter fallen und die Wespen verkünden: „Die Zwetschgen sind reif!“
Verdient und geschenkt. Und so schenke ich in der Erntezeit gerne weiter, von diesem Überfluss. Von dem, was verschimmeln und verrotten würde, wenn ich es nur für mich horten und behalten möchte.
Und im Überfluss vergesse ich schon fast alles, was nicht gewachsen ist: die Feigen blieben klein und grün und die Kappuzinerkresse hat nie ihre farbig pfeffrigen Blüten gezeigt. Aber auch das gehört zum Herbst.
Eine andere Form der Ernte sind die Erlebnisse, Erinnerungen und neuen Freundschaften aus diesem Sommer. Auch sie machen mein Leben farbig und reich, bis in den grauen Winter hinein.

Lea Zeiske

Erntedank-Gottesdienst mit Pfarrerin Olivia Raval

Eine Möglichkeit, sich am Überfluss des Sommers zu freuen, zu teilen, aber auch Schweres und Trauriges loszulassen ist am nächsten Erntedankgottesdienst mit dem Gospelchor Happy Voices:

Am 18.Oktober 2026, 10.00 in der Kirche Unterseen.

Im Anschluss Umtrunk und Verkauf von Gemüse/Früchten.

Plädoyer für die Langsamkeit

Es wurde alles schneller 2, September

Schon seit Kindertagen gehört der Ballenberg zu meinen Lieblingsausflugszielen. Weshalb ist gar nicht so einfach zu erklären. Es liegt an dem Gefühl, dass dieser Ort mir vermittelt. Daran, dass ich mich danach wie geerdet fühle, innerlich ruhig. Bleibt jedoch die Frage, an was das liegen mag. Eine mögliche Antwort hängt im Ballenberg selbst. Es gibt dort ein altes Sägewerk. Angetrieben vom Bach arbeitet sich die Säge gemächlich durch dicke Baumstämme, um sie in Bretter zu verwandeln. An der Wand dahinter hängt ein Schild, dass mich bei jedem Besuch ins Grübeln bringt. Darauf ist zu lesen: Es wurde alles schneller damit mehr Zeit ist. Es ist immer weniger Zeit.

Es erinnert mich auch immer an eine Begegnung während einer Reise nach Südostasien. Vor Jahren kamen wir dort auf einer Wanderung an zwei Männern vorbei. Sie sassen im Gras und machten gerade Pause. Zwischen ihnen ein Baumstamm und eine Säge. Eine Zweimannsäge, mit je einem Griff pro Seite, die, wie der Name schon sagt, nur zu zweit bedienbar ist. Und mit dieser Säge arbeiteten sich die beiden Männer Zentimeter für Zentimeter von Hand durch den Baumstamm, und zwar längs. Aus den Brettern, verriet uns der Guide, der mit ihnen ins Gespräch gekommen war, würden sie ein Boot machen. Ähnlich dem, in welchem wir zuvor einen Fluss überquert hatten. Eine langwierige und mühselige Arbeit. Doch auch eine mit Zeit für Pausen. Mit Zeit für Gespräche mit vorbeikommenden Wanderern. Und eine, bei der man das langsame Werden mit allen Sinnen wahrnehmen konnte. Bis zum fertigen Boot.

Etwas, was wir heute kaum noch kennen. Was wir an einem Tag per Klick bestellen, halten wir am nächsten fixfertig in den Händen. Die Schritte dazwischen? Verschwunden oder zumindest nicht mehr wahrnehmbar. Doch haben wir deswegen mehr Zeit, um mit dem Boot über den Fluss zu fahren?

Es wurde alles schneller. Ja. Doch mehr Zeit bleibt uns nicht.

Schnelligkeit schenkt uns nicht mehr Zeit. Weil sie die Zeit auffrisst. Weil sie uns nicht mehr loslässt, sondern uns vor sich hertreibt in allen Bereichen unseres Lebens. Sie hält uns umklammert bis wir vor Erschöpfung zusammenbrechen.

Deshalb mag ich wohl den Ballenberg so sehr. Jede Ecke atmet Langsamkeit. Und in dieser Langsamkeit bleibt allen meinen Sinnen Zeit das alltägliche Werden wahrzunehmen. Eine Verbindung herzustellen mit der Welt um mich herum in diesem einen Moment, statt vor ihr davon zu rennen in der Hoffnung auf mehr Zeit. Denn mehr Zeit als den Augenblick gib es nicht.

Pfrn. Olivia Raval

"Die KI kann mich mal..."

August

Ich liebe es, in Buchhandlungen zu stöbern. Mein Blick bleibt hängen am Buchtitel «Die KI kann mich mal». Der Mut, ein Buch so zu benennen, hat mich fasziniert und neugierig gemacht. Entgegen dem ersten Eindruck des Titels möchte die Autorin Barbara Oberrauter-Zabransky den Lesenden aber nicht raten, sich fernzuhalten, sondern mitgeben, was sie wirklich über künstliche Intelligenz wissen müssen.

Kaum eine Technologie ist gerade so im Gespräch wie die KI und kaum eine polarisiert so stark wie sie. Für die einen ist sie ein Segen, für andere ein Zeitvertreib, für einige eine Entlastung und für wieder andere eine Art Büchse der Pandora, deren Folgen des Öffnens wir nicht abschätzen können. Kein Wunder, dass einige die KI als unheimlich empfinden und sie gar Angst machen kann. Was, wenn sie sich nicht mehr nur selbst optimieren lernt, sondern ein eigenständiges «Leben» zu führen beginnt? Was geschieht, wenn sie sich durch den Menschen bedroht fühlt und ein Stoppknopf fehlt? Längst brauchen wir alle bewusst oder unbewusst Formen künstlicher Intelligenz – dazu gehören nämlich nicht nur die Sprachmodelle wie ChatGPT oder Claude.

Im Buch geht es darum, in einen guten Umgang mit KI zu kommen, Chancen und Gefahren zu erkennen und zu wissen, was KI kann und was nicht. Oberauer-Zabransky schreibt:

«Ist das Ihnen auch schon aufgefallen? Bei manchen Anfragen verhält sich die KI so merkwürdig, wie ein hochintelligenter Ausserirdischer, der versucht, menschlich zu wirken. Sie liefert in einem Moment brillante Analysen komplexer Sachverhalte, nur um im nächsten an simplen Rechenaufgaben zu scheitern. Sie schreibt überzeugende Erklärungen zu Dingen, die gar nicht existieren – mit einer Selbstsicherheit, die ihresgleichen sucht. Sie bleibt höflich und dienstbefliessen, selbst, wenn Sie sie um einen biblischen Vers bitten, der erklärt, wie man ein Erdnussbuttersandwich aus einem Videorekorder entfernt. Und manchmal produziert sie Fehler, so absurd, dass kein Mensch je auf die Idee gekommen wäre. Und warum? Ganz einfach: Die KI hat keine Ahnung, was sie tut…» - ob das wirklich so stimmt? Lesen Sie selbst in diesem spannenden und gut geschriebenen Werk. Mir scheint die Autorin einen gesunden Humor zu haben und sich nach einem gut biblischen Vers zu richten, der mir auch hinsichtlich der neuen Technologie ganz gut zu passen scheint: «Prüft aber alles und behaltet das Gute.» (1. Thessalonicherbrief 5,21) – nebenbei gesagt: Gesunder Menschenverstand auch in der Anwendung von KI hilft nachhaltiger zu leben, denn jede Anfrage produziert auch eine gewisse Menge an CO2. Das geht oft vergessen…

Pfrn. Natalie Aebischer, Unterseen

Buchtipp: Barbara Oberrauter-Zabransky, Die KI kann mich mal. Was Sie wirklich über künstliche Intelligenz wissen müssen, Verlag Kremayr &Scheriau GmbH, Wien 2026.

Vorbilder

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Kennen Sie den Menschen auf dem Bild? Jugendliche werden diese Frage mehrheitlich mit: Keine Ahnung! beantworten. Viele ältere Leute hingegen werden ihn erkennen. Er war und ist mir ein Vorbild. Als Gymnasiastin wollte ich wie er Medizin studieren und in Afrika helfen.

Albert Schweitzer war Organist und hatte je einen Doktortitel der Theologie und der Philosophie. Er hätte in einem dieser Gebiete Karriere machen und reich werden können. Stattdessen studierte er Medizin und baute mit seiner Frau, die für die Finanzen sorgte, in Lambarene ein Urwaldspital auf. In späteren Jahren erhielt er für seinen Einsatz gegen die atomare Aufrüstung den Friedensnobelpreis. Er wird als guter Mensch verehrt und bewundert.

Menschen, denen wir nacheifern können, sind wichtig. Sie können uns positiv, aber auch schlecht beeinflussen. Ich denke z.B. an die Präsidenten der USA und weiterer Staaten, die mir egoistisch und menschenverachtend vorkommen und trotzdem von Vielen bewundert werden. Sorge machen mir auch die Influencer in den sozialen Medien, die sich den Frauen überlegen fühlen und junge Männer in dieser Haltung beeinflussen oder Gewalt verherrlichen. Auch die Influencerinnen, die den jungen Frauen weismachen, dass nur Schönheit und Glanz wichtig seien, kann ich nicht verstehen.

Ich wünsche mir mehr Menschen, die Freundlichkeit und Hilfsbereischaft vorleben und deswegen zu Vorbildern werden. Die Haltung der „Ehrfurcht vor dem Leben“, die Albert Schweitzer vertrat und lebte und die er auf Jesus zurückführte, ist mir immer noch ein Wegweiser in meinem Tun.

Eva Steiner

Träume sind keine Schäume

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Das heutige Baptisterium der Lydia im gleichnamigen Dörfchen in Griechenland
(Foto: Christine Sieber)

Lydia träumte von einem anderen Leben – nur wusste sie nicht, wie das aussehen könnte. Sie konnte sich nicht beklagen: das Geschäft lief gut, ihre Kinder waren gesund, wissbegierig und unternehmungslustig, sie hatte Freundinnen in der «guten Gesellschaft». Aber innerlich sehnte sie sich nach etwas, was sie selbst nicht benennen konnte.

Lydia lebte in Philippi, im antiken Griechenland. Während der letzten drei Monate habe ich mich auf ihre Spuren gemacht und viel Neues gelernt. Sie stammte aus Thyatira in der heutigen Türkei und betrieb einen Purpurhandel. Purpur war damals wertvoller als Gold. Wer wieviel Purpur an seinen Kleidern haben durfte, wurde vom Kaiser reglementiert.

Lydia war nicht (mehr) verheiratet, sie stand aber einer Hausgemeinschaft vor, in der wahrscheinlich Kinder, Sklavi*innen und von ihr abhängige Arbeiter*innen lebten. Am Samstag ging sie jeweils mit anderen Frauen vor die Stadt an einen Fluss, wo sie bei jüdischen Gottesdiensten mitfeierte.

Mich fasziniert an Lydia, dass sie vor 2000 Jahren ein sehr emanzipiertes Leben gelebt hat. Obwohl es viele Unterschiede zu uns gibt (wie z.B. die Sklaverei, die damals «normal» war), hatte sie teilweise dieselben Ängste, Träume und Alltagssorgen wie wir. Ihr Traum ging in Erfüllung, als sie Christin wurde. Mein Traum ist es, einmal ein Buch über sie zu schreiben. Was ist Ihr Traum?

Die wenigen Sätze, die von Lydia in der Bibel stehen, kann man in der Apostelgeschichte, Kapitel 16, Verse 13-15 und 40 nachlesen.

Christine Sieber-Feitknecht


Ich liebe Rätsel

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Bild: Pixabay

Ich liebe Rätsel! Natürlich nicht nur die gängigen wie Kreuzworträtsel und SuDoKu, sondern manchmal auch das Finden von Unterschieden oder komplexere Rätsel, die sich in der Suche nach einem Mörder in Krimis oder bei kniffligen Psychothrillern zeigen. Rätseln ist etwas Spielerisches, wobei ich auch noch etwas lernen kann, wenn eigenes Wissen nicht ausreicht.

So kam ich auf die Idee, dieses Jahr am Seegottesdienst im Neuhaus den Mitfeiernden auch ein Rätsel aufzugeben. Passend zum Wetter und der Ferienstimmung vermittelnden Musik der Steeldrums wurden bunte Sonnenbrillen mit dem Logo KGU an der Seite verteilt. Findige Rätselfüchse erraten sicherlich schon dessen Bedeutung: KirchGemeinde Unterseen. Stimmt, aber das wäre doch gar zu einfach. Für die drei Buchstaben präsentierte ich am Gottesdienst mit Taufen eine Auflösung: Kraftvoll Gesegnet Unverzagt. Doch ich war überzeugt, dass da noch andere Auflösungen der drei Buchstaben möglich sind. Also lud ich alle ein, die gerne Rätseln, mir bis Ende Juli ihre Lösungsvorschläge zu schicken. Und es kamen ein paar originelle Vorschläge. Hier die drei Gewinnerauflösungen:

  1. Platz «Kunterbunt Gutgelaunt Umgänglich»,
  2. Platz «Kirche Ganz Unkonventionell»
  3. Platz «Konsequent Gott Umarmen».

Natürlich gab es auch etwas zu gewinnen. Die Jury bestehend aus dem Kirchgemeinderat und den Mitarbeitenden vergab Punkte und wählte so die drei originellsten Lösungen aus. Die GewinnerInnen erhalten nun eine Nachricht und einen Gutschein von unserem Bäcker Mohler. Herzlichen Glückwunsch!

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Bild: Natalie Aebischer

Einem Rätsel gleicht auch das Lesen biblischer Texte. Wie bei einem Kreuzworträtsel braucht es zum Entschlüsseln der Bibel auch ein gewisses Mass an Wissen. Besonders wichtig dabei ist das geschichtliche Hintergrundwissen zu den Zeiten, in denen die Texte entstanden sind. Dieses hilft enorm, um die Texte einordnen und deren ursprünglichen Sinn entziffern zu können. Kenntnisse der biblischen Texte und des Aufbaus der Bibel erleichtern das Lösen des Rätsels zusätzlich, denn die meisten Texte enthalten Anspielungen auf andere biblische Texte oder setzen deren Kenntnisse voraus.

Da ich im Studium noch die alten Sprachen gelernt habe, in denen die Texte ursprünglich geschrieben sind, kann ich auch direkt selbst eine Übersetzung eines Textes machen – das braucht natürlich etwas mehr Zeit als das Lesen der deutschen Übersetzungen, aber mitunter lassen sich in den kleinen Nuancen, die sich je nach Wortwahl bei der Übersetzung ergeben, spannende Dinge entdecken. Ein kleines Beispiel: viele kennen sicherlich das Sprichwort «Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf» – ein Wort, das sich aus Psalm 127,2 verselbständigt hat und meint, dass es gewissen Menschen ganz einfach fällt, Dinge zu erreichen. Aber eigentlich heisst es bei genauer Lektüre im Urtext nur: «Den Seinen gibt der Herr den Schlaf»! Gut ausgeschlafen fällt natürlich Vieles leichter, aber eben, die Arbeit muss dann doch selbst gemacht werden und kommt nicht einfach im Schlaf zu uns in den Schoss.

Mit etwas Übung lassen sich also unsere manchmal als verstaubt bezeichneten Bibeltexte auch enträtseln. Lösungen gibt es dabei natürlich Verschiedene. Und sie können durchaus in unserem Alltag aktuell sein oder werden.

Habe ich Ihre Neugier geweckt? Dann fangen Sie doch einfach an zu lesen und zu rätseln – Hilfe finden Sie nicht nur online, sondern auch bei uns vor Ort im Gottesdienst oder in persönlichen Gesprächen…

Ich wünsche Ihnen viel Spass, guten Mut und Durchhaltewillen bei den Rätseln, die sich Ihnen stellen und gute und lebensfreundliche Lösungen.

Pfrn. Natalie Aebischer


Leas Büchertipps für den August

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Foto: Unsplash von Monica Yu

Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, bei mir ist immer Lesesaison – und darum dachte ich, ich empfehle ein paar wirklich tolle Bücher, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Sie sind aus ganz verschiedenen Genres, so dass für verschiedene Geschmäcker was dabei ist: 

Joshua – Der kleine Zugvogel von Inka Pabst
Ein besonderes Bilderbuch! Erst beim Lesen habe ich bemerkt, was es für eine ungewöhnliche Geschichte ist. Denn sie nimmt den kleinen Zugvogel Joshua und benutzt ihn als wunderschöne, aber auch traurige Metapher für Sternenkinder. Kinder, die nur allzu kurz bei ihren Eltern und Familien auf dieser Erde weilen, geliebt werden und dann… weiterziehen. 

Megalästig – megalecker – megagesund: 30 Unkraut-Rezepte von Janine Hissel
Ein Buch für alle GärtnerInnen, HobbyköchInnen und alle, die es vielleicht noch werden wollen.
Der Begriff Unkraut ist sowieso nur eine Frage der Definition. Und so bringt das Buch einen neuen (alten) Blick auf drei „Unkraut“Planzen und besticht mit tollen Rezepten.

Pageboy von Elliot Page
Für alle, die gerne Biographien lesen – ein wirklich beeindruckendes Portrait eines Lebens im Rampenlicht.
Die Themen sind teilweise ziemlich heftig, und es geht definitiv unter die Haut. Es zeigt einmal mehr, dass man von aussen nie wissen kann, was hinter einer glitzernden Fassade wirklich passiert.
Und zuletzt noch etwas explizit theologisches, das aber so geschrieben ist, dass es gerade auch für nicht TheologInnen sehr interessant ist!

What is the Bible? Von Rob Bell
Der Untertitel erklärt eigentlich schon alles was man wissen muss: 
„Wie eine antike Bibliothek voller Gedichte, Briefe und Geschichten verändern kann, wie du über alles andere denkst und fühlst.“ 
Auf Deutsch ist es als EBook, auf Englisch als Taschenbuch erhältlich. 

Nun wünsche ich vergnügliche, inspirierende und gemütliche Stunden beim Lesen.

Lea Zeiske


Geschichte einer Rettung

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Bild: Eva Steiner

Kennen Sie die Geschichte von Moses wundersamer Rettung aus dem Nil? Ein ägyptischer Pharao beschloss vor mehr als 3000 Jahren, alle Knaben der fremden Volksgruppe, die für ihn arbeitete zu töten. Um ihren Sohn zu bewahren, setzte die Mutter von Moses ihn in einem mit Pech abgedichteten Korb im Schilf des Nils aus. Eine Tochter des Pharaos fand den Knaben und rettete ihn. Mirjam, Moses Schwester erschien „zufällig“ und vermittelte seine Mutter als Amme. Später wurde Moses am ägyptischen Hof erzogen.

Moses war der Anführer des Volkes Israel, das der Sklaverei in Ägypten entfloh. Er sprach mit Gott, bekam von ihm die 10 Gebote, wirkte Wunder und galt als Autor der ersten 5 Bücher der Bibel. Moses begründete eigentlich das Judentum, das Christentum und den Islam.

Dann haben die Bibelforschenden und die Archäologie herausgefunden, dass die 5 Bücher Mose einen Entstehungsprozess von ungefähr 600 Jahren haben. Die Geschichte von Moses Rettung gibt es beinahe wortgleich in früheren Schriften über König Sargon aus Assyrien. Auf einmal ist historisch wenig übrig von der Gestalt des Moses.

Was bleibt also von den Ursprüngen unseres Glaubens? Ich meine viel! Glaube soll weiterbringen, nicht stur sein. Die Geschichte von Moses im Schilfmeer lehrt uns Menschenliebe und listiges Vorgehen gegen Gewalt, wann immer sie entstanden ist. Der Bericht einer Gruppe von Menschen, welche der Sklaverei entfloh und sich Regeln für ein friedliches Zusammenleben gab, erzählt von der Freiheit. Gott übersteigt unser menschliches Verstehen und steht für die Liebe und den Weltfrieden.                                                                                                                                                               Pfarrerin Eva Steiner


Nasenflügelbeben

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Foto: Heinz Käser

In seinem Gedicht «Morgenwonne» braucht Joachim Ringelnatz das schöne Wort «Nasenflügelbeben». Aktuell kann ich dieses Beben körperlich nachempfinden, wenn ich unten an der Aare joggen gehe und die Lindenblüten inhaliere. Die kurze Strecke wird mir zur Wohlfühloase, zum Sinneserlebnis, zur Lindenallee …!

Lindenblüten sind Lebenszeichen in Gottes schönem Garten. Sie ziehen Menschen und Bienen in ihren Bann. In der Pflanzensymbolik wird die Linde mit Heimat gleichgesetzt. Anklänge finden sich im alten Liedgut: «Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum. Ich träumt in seinem Schatten so manchen süssen Traum.»

Werden die frischen Blüten in der Pfanne mehrmals kurz aufgekocht, bekommt der Tee eine rötlich goldene Farbe. Werden die Blüten getrocknet, steht im Winter ein Entzündungshemmer frei Haus zur Verfügung.

Lindenblüten sind ganzheitliche Medizin: der Duft für die Nase, die Farbe fürs Auge und der Tee fürs Herz. Sie fördern Herzwärme, Augenschmeicheln und Nasenflügelbeben.

Heinz Käser, Sozialdiakon


Steine uf üsem Wäg

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Foto: Pixabay

Ändlech isch Oschere da. Mi dünkts, es sig dieses Jahr lang gange, bis mir ds Cho vom Läbe und vom Liecht i däm fröidvolle Fescht hei dörfe finde. Guet, i de Läde isch Oschtere scho lang sichtbar. Scho im Februar hani die erschte Osterhase und Oschtereier gseh. Aber ds Gfüehl vo Oschtere, dass isch für mi ersch itze eso richtig ufcho, wo d Blueme föh afa spriesse. Böim ihres saftige Grüen überchöme und die nöii Oschtercherze es erschts Mal het dörfe brönne.

A Karsamschtig isch mir e Text i d Finger cho, wo mi sithär begleitet. D Margot Bickel het gschribe:

Auf dem Weg nach Golgotha,
auf dem Gang nach Canossa,
auf allen Wegen liegen Steine,
Felsblöcke,
Ecksteine,
Kiesel
zum Werfen und Stolpern.

Auf dem Weg nach Golgotha,
auf dem Gang nach Canossa,
auf allen Wegen liegen Steine,
die uns zwingen langsamer zu gehen,
anzuhalten,
gestürzte zu stützen;
nach dem eigenen Fall
das Aufstehen wieder zu lernen.

Auf dem Weg nach Golgotha,
auf dem Gang nach Canossa,
auf allen Wegen
liegen Steine
im Weg.

Steine süme immer wieder üse Wäg. Mängisch lige sie diräkt vor üs. Mängisch finde eso chlini eckligi Dinger dr Wäg i üsi Schueh und mir müessse e Pouse ilege, für dä chli Plaggeischt los z wärde. Mängisch sis grossi Chempe, wo vor üs lige. Sie zwinge üs, e Wäg drüber oder drumume z sueche, we sie z schwär sy, für üs zum usem Wäg ruume. Mängisch strouchle mir ou eifach überne Stei, wo fräch e chli usem Bode luegt und mir lande uf dr Nase.

Steine ufem Wäg – Bilder für Useforderige i üsem Läbe, wo mir nid gsuecht hei, wo aber plötzlech uftouche und üs ds Läbe ghörig schwär chöi mache.

Eso e Stei isch a Karfritig ou Jesus i Wäg gleit worde. Sie Wäg het schinbar ufghört. Sis Läbe isch schinbar begrabe gsy düre gross Fels vorem Grab. Aber da isches Oschtere worde und dr Stei isch wäggwälzt worde. Ds Liecht het dr Wäg i ds Dunkle gfunde. Ds Läbe het dr Tod besiegt. E wunderbari Erfahrig. U so nime i d Hoffnig und ds Vertroue vo Oschtere ou mit uf mi Wäg. E Hoffnig und es Vertroue, wo mir seit, dass egal, wie gross dr Stei isch, wo mi Wäg versperrt und mi am Witercho hinderet, s e Wäg git, wo witerfüehrt und mi dä Stei laht la überwinde. Vilech bruchts e grössere Umwäg, vilech muess i mi astränge und chlättere, vilech bruchts vil Chraft und Usduur, vilech muess i ou lehre, Hilf aznäh vo öpperem, dermit i dä Stei cha überwinde, aber jede Stei, so isch d Hoffnig und ds Vertroue, wo mir Oschtere mitgit, laht sich usem Wäg ruume oder umgah. Das geit nid ohni Schwierigkeite. Das geit nid müehelos und vo sälber. Nei, ou Gott ruumt mir dä Stei nid eifach usem Wäg. Aber är isch bi mir. Sini Chraft stercht mi bim Ufstah, hilft mir ou anderi z stütze, wo e Stei zum Strouchle bracht het und laht mi nid verzwifle. U wär weiss, vilech finde mir ou chline, koschtbari Steine, wo üs wäder zum Stolpere noch zum Wägwärfe bringe, sondern i üsem Hosesack zumene tröiie und Chraft schänkende Begleiter wärde.

I wünsche öich e gsägneti Oschertzyt und Oschtererfahrige immer denn, wenn e Stei öich dr Wäg versperrt.

Natalie Aebischer, Pfarrerin


Ein Lächeln zum Weiterreichen

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Frühling, Passions- und Fastenzeit, Zeit vor Ostern. In den Fastenbriefen von Andere Zeiten, die ich mir jeweils für diese Zeit bestelle, habe ich ein wunderschönes Gedicht von Otto-Heinrich Kühner gelesen:

Pummerer, in morgendlich heiterer Ruh,
Lächelte seinem Nachbarn Mommer zu.
Dieser, durch das Lächeln ebenfalls heiter,
Gab es an den Strassenbahnfahrer weiter,
Der an die kleine Verkäuferin und die
An Herrn Degenhardt von der Drogerie,
Dieser an Schwester Elke vom Kinderhort,
Diese an die Toilettenfrau – und so fort.
So kam es schliesslich irgendwann
Spätnachmittags am Schillerplatz an
Bei einem im Augenblick traurig-tristen,
Durch das Lächeln doch erheiterten Polizisten,
So daß der, als Pummerer den Verkehr
blockierte,
Den Verstoß nur mit einem Lächeln quittierte.

Mir hat dieses Gedicht jedenfalls sofort ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.

Die Resilienz-Forschung belegt, dass dieses Gedicht stimmt. Vielleicht kommt das Lächeln nicht direkt zu einem zurück, und sehr wahrscheinlich reicht ein Lächeln im realen Leben nicht, um einer Verkehrsbusse zu entkommen, aber ein Lächeln nützt immer. Sogar ein künstliches Lächeln am Morgen, wenn man vielleicht noch gar keine Lust dazu hat, ein Heraufziehen der Mundwinkel vor dem Spiegel, löst Glückshormone aus. Wenig Aufwand, grosse Wirkung.

Die Bibel sagt: «Ein fröhliches Herz macht ein fröhliches Gesicht» (Sprüche 15,13) – ich kehre den Spruch um und sage: «Ein fröhliches Gesicht macht ein fröhliches Herz»

Probieren Sie es aus!

Angaben zum Gedicht: Ein Lächeln zum Weiterreichen, Gedicht von Otto-Heinrich Kühner, Aus: Pummererverse oder vom Nutzen um Haaresbreiten. Ullstein GmbH Verlag, Berlin, 1981
Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Stiftung Brückner-Kühner, https://brueckner-kuehner.de/


Was sollen uns teure Kirchengebäude?

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Weil die Heizung in der Kirche Unterseen in die Jahre gekommen ist und es zudem sehr energieaufwändig ist, das grosse Kirchengebäude zu heizen, verlegen wir jeweils in den zwei kältesten Monaten unsere Aktivitäten ins FUTURA.

Es ist erstaunlich, dass die Kirche in dieser Zeit recht vielen Menschen fehlt; dass sie finden, eine Taufe oder ein Abschied sollte in der Kirche stattfinden. Ich kenne auch einige Leute, die zwar selten in einen Gottesdienst kommen, aber überall, wo sie hinkommen die Kirchen anschauen. Viele sagen, in einer Kirche herrsche eine besondere Atmosphäre. Mehr noch als für unsere recht schlichte Kirche gilt das für Kathedralen mit schönen Kunstwerken. Ich staune immer wieder, welche riesigen Anstrengungen da über die Jahrhunderte erbracht wurden. Es gibt die Meinung, das Geld für die teilweise prunkvollen Gebäude, für die Schnitzereien, für eine Orgelrevision würde besser für die bedürftigen Menschen eingesetzt. Das hat etwas für sich. Und trotzdem – was wären wir ohne die Kunst, sei es die bildnerische, die musikalische oder die architektonische. Von Gerhard Richter stammt das Zitat: «Die Kunst ist die höchste Form von Hoffnung». Dass die Menschen, die sich an Gott orientieren, den Ort, wo sie sich in seinem Namen versammeln verschönern und bewahren, finde ich wichtig und hoffnungsvoll.

Unterseen, 20. Januar 2025, Pfarrerin Eva Steiner


Herbstzauber

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Dieses wunderschöne Foto hat mir ein Gemeindemitglied geschickt. Nach einem kalten und verregneten September konnten wir noch einen prächtigen Spät-Herbst geniessen. Die Farben, von der Natur zur Verfügung gestellt und sorgfältig auf dem Teller arrangiert, liessen mit innehalten und sagen: «what a wonderful world!»

Geht es nicht immer wieder darum, voller Freude festzustellen, wie schön die Welt ist? Natürlich gibt es viel Schlimmes, in der Weltpolitik sowie in unserem Privatleben. Schicksalsschläge, wir fragen: Warum?
In allem, was uns belastet, immer wieder die Perlen finden, die leuchten, trotz allem, das ist Glaube. Das gibt uns auch Kraft, um weiterzumachen.

Jetzt steht der Winter bevor, die dunkle Jahreszeit, Advent und Weihnachten. Für viele nicht nur eine Zeit des Winterzaubers, sondern belastend, beängstigend, einsam.

Bewahren wir für diese Zeiten die Farben des Herbstes in unserem Gedächtnis, und wir dürfen sicher sein: «von vorne und hinten umgibst du mich, dein starker Arm schützt mich, du nimmst mich an der Hand und lässt mich nicht allein.» (Psalm 139)

Christine Sieber


Good News, bad News

Vor zwei Tagen habe ich einen Spaziergang gemacht. Die Sonne schien, meine Musik war gut, und ich bin vor Glück fast 5 Zentimeter über dem Boden geschwebt.
Heute habe ich wieder einen Spaziergang gemacht. Die Sonne schien, die Musik war gut und irgendwie wollte sich diese Glücklichkeit nicht wieder einstellen.
Zuerst habe ich versucht einfach die Musik bisschen lauter zu drehen.
Hat aber leider nicht geholfen.

Woran das wohl liegt?

Vielleicht daran, dass heute Montag ist. Das ist doch eigentlich höchst absonderlich, dass ein Wochentag, so viel Einfluss auf meine Gefühle haben sollte. Aber eben es ist Montag, und es sind mehr  Dinge auf meiner To Do Liste, als noch vor zwei Tagen.

Nicht nur vielleicht, sondern ziemlich sicher liegt es aber auch daran, dass ich Nachrichten gehört habe. Also eigentlich sind es ja nicht die Nachrichten an sich. Aber der Fakt, dass neben den vielen normalen täglichen Katastrophen, die sich im Leben von ganz vielen Leuten ereignen, eben auch noch grosse Katastrophen ereignet haben. Naturkatastrophen für die irgendwie niemand was kann. Und Krieg. Terror.
Wo das Leid, das Klagen, das Einschüchtern, das Verzweifeln, voller Absicht ist.

Ich spaziere jetzt also weiter, und versuche nicht mehr glücklich zu sein. Sondern alle meine Emotionen mitgehen zu lassen auf diesen Spaziergang. Da kommt meine Traurigkeit, die mir in der Kehle kitzelt. Und es tut gut, in der Sonne, am glitzernden Fluss entlangzugehen, und einfach kurz mal richtig traurig zu sein. Ein bisschen Wut ist da auch irgendwo, aber zum grössten Teil ist da doch das Gefühl, nichts tun zu können. 
Das ganze ist so weit weg, und doch so nah.

Es geht nicht lange, bis ich mich in den grossen philosophischen Fragen verliere:
„Sollte unser Lebensziel eigentlich nicht Traurigkeit statt Glück sein? – wäre viel einfacher. Zum traurig sein, findet sich immer was.“
Oder reicht „Zufriedenheit“?
Im Frieden sein, mit sich, der Welt.

Aber bei so viel Unfrieden, den man verhindern könnte, scheint das auch nicht sie ultimative Lösung zu sein.
Ich überlasse es lieber schlaueren Leuten, sich darüber den Kopf zu zerbrechen.
Wir sind noch bei meinem Emotionen.

Und bei der Sojamilch.
Die wollte ich auf dem Spaziergang ja auch noch einkaufen.
Nur noch 1 Tüte da. Ich wollte eigentlich den Vorrat auffüllen.
Sich jetzt aber da drüber zu ärgern, kommt mir nach meinem Spaziergang aber doch kleinlich vor.
Also tue ich es nicht. Und spaziere mit der einen Sojamilchtüte nach Hause.

Nicht 5 Zentimeter über dem Boden vor Freude. Sondern mit beiden Füssen auf dem Boden, und Emotionen die sich irgendwie geerdeter anfühlen.

Dieser Text ist am 8.Oktober 2023 entstanden.

Ich dachte, ihn zum Jahrestag von den schrecklichen Ereignissen am 7.Oktober zu veröffentlichen passt ganz gut. Aber da er auch auf andere Erlebnisse gelesen werden kann, ist er auch ein Jahr später noch aktuell.

Lea Zeiske


Greenfield

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Vom 13. bis 16. Juni war für Fans von Rock- und Metalmusik das Highlight des Jahres: Greenfield Festival! Als es im Jahr 2005 das erste Mal stattfand, war noch einiges chaotisch: das kleine Coop in Matten wurde von schwarz gekleideten Gestalten überrannt und hatte schon bald keine Chips und kein Bier mehr, Einkaufswagen wurden entführt und auf dem Festivalgelände stehen gelassen, Abfall lag überall herum.

Jedes Jahr gab es Verbesserungen, längst bezahlen Festival-Besucher ein Depot für den «Ghüder», auf dem Festivalgelände gibt es ein eigenes Einkaufszentrum und die Lebensmittelläden der Umgebung rüsten für diese Zeit ihr Angebot fürs Festival auf.

Und das Bödeli hat gemerkt, dass die schwarz gekleideten Gestalten gar nicht so gefährlich sind, wie sie wirken.

Dieses Jahr durfte ich zum ersten Mal als Festivalseelsorgerin teilnehmen. In verschiedenen Schichten hat ein 30-köpfiges Team dafür gesorgt, dass an der AnsprechBar der Metalchurch immer Gesprächspartner:innen zur Verfügung standen. Mich haben diese Gespräche teilweise tief berührt, Menschen haben mir ihr Herz ausgeschüttet, nach meinem Glauben gefragt oder wir haben uns im Gespräch gemeinsam auf die Suche nach Lösungen für konkrete Lebensprobleme gemacht. Alle Gespräche wurden getragen von gegenseitigem Respekt. Dies hat mich besonders beeindruckt. Seelsorge einmal ganz anders, ich denke, davon dürften wir als Kirche noch mehr anbieten.

Christine Sieber


Der Traum vom besseren Leben…

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Sind Sie mit ihrem Leben voll auf zufrieden? Oder träumen auch sie den Traum von Glück und einem besseren Leben? Und was ist dieses bessere Leben eigentlich?

In der Psychologie ist die Forschung zum Wohlbefinden und somit auch die Frage nach einem besseren Leben ein längst etablierter Forschungsbereich mit dem Namen «Positive Psychologie». Zahlreich sind die Angebote, die uns das Blaue vom Himmel versprechen und «den» Weg zu einem besseren Leben aufzeigen.

Sogar in einer Sondernummer der NZZ finden sich 100 Ideen für ein besseres Leben. Eine davon hat mir besonders gefallen – Nr. 24: Engagieren Sie sich! Freiwilligenarbeit ist heutzutage nicht mehr so hip wie auch schon. Dabei kann sich ein Engagement durchaus lohnen: neue Herausforderungen annehmen, Gemeinschaft mit anderen pflegen und dabei interessante Menschen kennen lernen erweitert auch die eigenen Kompetenzen und kann Sinn stiften. Sich zu engagieren, kann helfen, anderen und auch sich selbst ein besseres Leben zu ermöglichen. Dabei können wir Hobbies mit Engagement verbinden: zum Beispiel durch Fahrdienst, zu dem ein Schwatz mit dem Klienten ebenso dazugehört wie das Pflegen des geliebten Autofahrens. Oder auch die Mitarbeit in einer Behörde: Begabungen einbringen und Neues dazu lernen gehören zu diesem Engagement. In unserer Gemeinde gibt es vielerlei Möglichkeit dafür: zum Beispiel Zvieri Vorbereiten für SeniorInnen, Mitgestaltung von Angeboten für Kinder und Familien, Strategische und zukunftsweisende Entscheidungen für das Gesicht der Kirchgemeinde im Kirchgemeinderat mittragen… Jedes Engagement, egal ob klein oder gross bringt nicht nur dem Allgemeinwohl etwas, sondern auch mir selbst: neue Erfahrungen, Kennenlernen neuer Menschen, aneignen neuer Fähigkeiten, Freude an der Mitgestaltung von etwas, Horizonte werden geöffnet. Und im Idealfall kann ein Engagement auch zu einem sinnvollen Leben beitragen.

Welchen Traum vom besseren Leben auch immer wir träumen, oft geht dabei vergessen, dass ich selbst meines Glückes Schmied bin! Anleitungen, Regeln, Wegleitungen, Ideen können für mich hilfreich sein, doch was genau das «Bessere Leben» für mich selbst ist, dazu findet nur jeder und jede individuell eine Antwort. So vielfältig wie auch wir Menschen sind und so verschieden auch unsere Situation ist, in der wir leben, so verschieden werden unsere Träume vom besseren Leben ausfallen: für die einen ist es der Traum davon, nicht jeden Tag neu um die tägliche Nahrung kämpfen zu müssen; für andere ist es der Wunsch nach Ruhe und Frieden, der sich erfüllt, wenn Waffen schweigen; für wieder andere ist es die Vision von einem grossen Haus, einem «tollen Schlitten» oder einer unvergleichlichen Karriere…

Für mich beinhaltet ein besseres Leben in jedem Falle auch eine Antwort auf den möglichen Sinn meines Lebens. Eine Suche, die ich wohl nie endgültig abschliessen kann und die auch erst dann möglich wird, wenn meine Grundbedürfnisse wie Nahrung, Sicherheit, Geborgenheit und Gemeinschaft gedeckt sind. Eine Suche aber, die davor bewahren kann, sich vom grauen Alltag auffressen zu lassen. Beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang der Psychologe Viktor Frankl. Er wurde 1942 mit seiner Familie ins KZ gebracht und überlebte als einziger. Aus seiner Erfahrung heraus kommen folgende zwei Zitate, die mir sehr wertvolle Begleiter geworden sind:

„Das Wissen um eine Lebensaufgabe hat einen eminent psychotherapeutischen und psychohygienischen Wert. Wer um einen Sinn seines Lebens weiß, dem verhilft dieses Bewusstsein mehr als alles andere dazu, äußere Schwierigkeiten und innere Beschwerden zu überwinden.“

„Die Aufgabe wechselt nicht nur von Mensch zu Mensch – entsprechend der Einzigartigkeit jeder Person – sondern auch von Stunde zu Stunde, gemäß der Einmaligkeit jeder Situation.“

Lassen Sie uns also weiter träumen, hier und da das bessere Leben finden und dabei ein Stück vom Glück geniessen. Möge Gottes Segen und Kraft uns dabei begleiten.

Natalie Aebischer, Pfarrerin


Frühling

Narzisse
Tulpe

„Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide.
Narzissus und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an,
als Salomonis Seide.“

Paulus Gerhardt, der Dichter des bekannten Liedes „Geh aus mein Herz und suche Freud“ dichtet eine Stelle aus der Bergpredigt ein wenig um. Dort heisst es:

«Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zum einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Geld.

Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?

Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.»

Natürlich können wir nicht ganz so leben, es wie die Vögel oder die Lilien, die einfach ohne etwas zu tun ernährt werden und schön sind. Und trotzdem führt uns gerade der Frühling immer wieder vor Augen, dass wir mit all unseren Anstrengungen nicht so weit kommen wie die Natur. Sie fordert uns dazu auf, manchmal einfach unsere Seele baumeln zu lassen, weniger zu wollen und die Schönheit zu geniessen. 

Pfarrerin Eva Steiner


Weniger ist mehr

«Weniger ist mehr …», so lautet das diesjährige Kampagnenthema von HEKS Brot für alle. Mit den Kindern der 6. KUW-Klassen haben wir uns spielerisch an das Thema gewagt. Zum Beispiel, indem wir Papierschiffe gebastelt haben, um zu testen, mit wie vielen Münzen wir die Schiffe beladen können, bis sie sinken.

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Wie viel Geld, Nahrung und Luxus können wir Menschen in einem reichen Land sammeln und verantworten …? Eigenartig, dass Reichtum in uns kaum jemals das Gefühl einer Sättigung bewirkt, sondern ständig zu «noch mehr» antreibt. Einen Kontrapunkt zu diesem Trend setzt die Millionenerbin Marlene Engelhorn. Sie will teilen — radikal teilen, indem sie 25 Millionen Euro verschenkt. Sie schreibt: «Ich habe nichts getan für dieses Erbe. Das ist pures Glück im Geburtenlotto und reiner Zufall. Die Menschen, die das eigentlich erarbeitet haben, hatten in der Regel wohl nicht sehr viel davon. Es kommt somit alles aus der Gesellschaft, und dorthin soll es wieder zurück.»

Zum Abschluss der KUW-Einheit haben wir für den Gottesdienst und für unser Unterwegssein Gebete formuliert. Hier das Gebet eines Schülers: «Lieber Gott. Ich wünsche mir, dass alle Menschen ein Recht auf ein schönes Leben haben. Hilf uns beim Teilen – dass wir jenen Menschen die Hand reichen, denen es nicht gut geht.»

Heinz Käser


Fastenzeit: Von «Problemzonen» und dem sorgfältigen Umgang damit …Fastenzeit:

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Foto: Pixabay

Da ist es wieder, dieses hämische Grinsen der Waage, die mir unverblümt vor Augen führt, dass ich wieder ein paar Kilo zu viel auf den Rippen habe! Was kann ich tun? Diät halten? Fasten? Zur Spritze greifen wie es uns Stars aktuell in den Social Media vormachen? Es gibt ja dieses Diabetesmedikament, das für gesunde Menschen eine nette Nebenwirkung hat: Die Pfunde purzeln ganz ohne Anstrengung. Dazu unten noch ausführlicher. Oder braucht es doch ganz einfach nur mehr Bewegung, etwas Sport und eine bewusste Ernährung?

Wir leben in einer Welt, in der ein optimierter Körper immer wichtiger wird. Untergewichtig zu sein wird zum Idealgewicht. Sixpack und gut geformte Muskeln, hier ein wenig Botox gegen die Falten, da eine kleine Schönheitsoperation… – und wenn alles nichts hilft, kommt noch der Filter übers Bild… alles ist möglich, alles ist erlaubt, so scheint es mir.

Natürlich, jeder/jede kann selbst über ihren/seinen Körper entscheiden, aber eines gibt mir zu denken: Kann es sein, dass ein wichtiges Medikament entwickelt für Diabetiker/innen ganz einfach gesunden Menschen zur Verfügung gestellt wird, ja gar verschrieben wird, nur um mühelos ein paar Kilos zu verlieren? Kann es tatsächlich sein, dass dadurch dieses Medikament knapp und teuer wird für all jene, die es wirklich brauchen? Und was sind die Folgen für jene, die sich als gesunde Menschen dieses Medikament spritzen? Dieser sorglose Umgang mit Ressourcen, dieser sich zeigende Egoismus in einem Mass, der anderen schadet, macht mich betroffen. Mensch – was tust du?

In einem alten Gebet steht: «Ich danke dir und staune, dass ich so wunderbar geschaffen bin. Ich weiß, wie wundervoll deine Werke sind.» (Psalm 139,14) Das gilt für uns alle, ob dick oder dünn, gestählter Körper oder einfach nur «Normalo» mit Problemzonen. Wir sind wunderbar, so wie wir sind! Eine entlastende Aussage und Aufgabe zugleich.

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Foto: Pixabay

Am 14. Februar beginnt im Kirchenjahr die Fastenzeit. Diese 7 Wochen vor Ostern, dem Fest des Lebens und der Freude, bieten uns eine kleine Auszeit. Den Auftakt dazu begehen wir am Aschermittwoch, der dieses Jahr zufällig auf den Valentinstag fällt. Gefeiert wird an diesem Tag die Liebe mit Blumen, Karten und Geschenken. Von vielen bloss noch als Kommerz gesehen birgt dieser Tag dennoch Tiefgang. Liebe ist nicht nur ein wichtiges Wort, sondern eine grundlegende Emotion, die vieles bewegen kann. Dabei gibt es neben der Liebe zu einem anderen Menschen auch die Liebe zu uns selbst und zu unserer Umwelt. Und für mich gibt es auch die göttliche Liebe, die hinter dem Wunder des Lebens steht. Die Fastenzeit möchte uns Gelegenheit geben, über unseren Alltag und unser Leben nachzudenken. Dabei können uns Fragen begleiten wie: Sind wir noch auf guten Wegen? Gibt es Dinge, die ich loswerden möchte? Gibt es Dinge, die ich ändern möchte? Und wie halte ich es mit der Liebe zu mir, zu meinem Nächsten, zur Umwelt und auch zu jener Kraft, die hinter allem Leben steht? Geleitet von der Liebe können neue Wege sichtbar werden für uns und auch für unsere Welt. Denn Liebe kann etwas bewirken, wenn wir unser Reden und Handeln davon lenken lassen!

Schaue ich meine überflüssigen Pfunde mit eben dieser Liebe an, dann werde ich diese wohl nicht um jeden Preis durch extreme Fastenübungen loswerden. Sondern ich höre liebevoll in mich hinein und schaue, was mein Körper braucht und wie ich dennoch zum von mir angestrebten Idealgewicht zurückkehren kann – auch wenn es vermutlich anstrengend werden wird. Dabei hilft mir ein Grundsatz einer weisen Frau aus der Kirchengeschichte. Theresa von Avila wurde einmal gefragt, warum sie denn in der Fastenzeit Fleisch esse (Fleisch gabs damals nur ausnahmsweise an Sonntagen). Darauf hat sie nur trocken gesagt: «Wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn. Wenn fasten, dann fasten.» Dieser Satz ist für mich Ausdruck dafür, dass ein sorgfältiger und achtsamer Umgang mit den Situationen unseres Alltags durchaus zu einem guten Leben führen kann: Mal ist es Zeit zum Geniessen und mal Zeit zum Fasten!

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit!

Natalie Aebischer


Gott als Mutter

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«Muss das sein?» – wurde ich schon gefragt. Muss man Gott jetzt auch noch mit weiblichen Attributen versehen, nur weil alle im Moment gendern?

Nein, müssen tut man nicht. Aber man hat es immer schon getan. In der Bibel steht zum Beispiel: «Ich habe dir das Laufen beigebracht. Ich habe dich in die Arme genommen wie eine Mutter, die ihren Säugling stillt und dich geheilt.» (Hosea 11,3-4)

Die Bilder, die wir uns von Gott machen, sind immer unzulänglich. Aber es löst etwas anderes aus in mir, von Gott als «Schützer, König, Herr» zu sprechen oder als «Ewige, Quelle, Mutter». Die Verschiedenartigkeit der Bilder erinnert mich daran, dass keines davon stimmt und doch alle ein Körnchen Wahrheit in sich tragen.

Zum Bild: Im Buch «Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott» trifft der Hauptdarsteller auf Gott (unter anderem) in Form einer afroamerikanischen Frau, die gerne kocht.

Bildnachweis: https://www.film.at/die-huette-ein-wochenende-mit-gott


Stories aus der Kirchgemeinde: Die Kinderwoche 2023

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Noch 4 Wochen bis zur Kinderwoche, ich schaue gespannt in mein Fächli im Sekretariat:
Sind wohl noch Anmeldungen für die Kinderwoche dazugekommen?
Nachdem letztes Jahr die Plätze in nur wenigen Tagen voll waren, tröpfelten die Anmeldungen dieses Jahr eher einzeln herein.
Dafür habe ich fast jeden Namen auf den Anmeldungen schon mit einem Gesicht verbinden können.
Aber auch wenn es gut klingen würde: „die Kinderwoche ist ausgebucht!“
Viele der Erlebnisse und Geschichten hätte ich wohl anders erzählen müssen.
Für den Jungen, der jetzt von der Integrationsklasse in die normale Schule wechselt, hätten wir keinen Platz und keine Kapazität gehabt.
Ja, das Schweizerdeutsch war noch schwierig, aber er hat dafür mit Abstand die grösste Begeisterung und Ausdauer beim Basteln gezeigt! Und jeden Morgen, als er wieder gekommen ist, ein Erfolgserlebnis für ihn und seine Eltern.
Im gesamten waren 24 verschiedene Kinder im Futura und draussen mit uns unterwegs, im Durchschnitt 16 pro Tag.
Eine nächste Challenge wartete schon, wie bringe ich das Motto: Alle Farben vom Rägeboge – mit den biblischen Geschichten zusammen? (Denn die Noah Geschichte kann ich nicht schon wieder erzählen, das wäre das dritte Mal in Folge in einer Kinderwoche …)
Die zündende Idee kam mir beim Mittagessen mit meiner besten Freundin – mit biblischen Geschichten kennt sie sich nämlich bestens aus.
Die Geschichten von Jesus sind doch sicher farbig genug, oder?
Vom goldenen Stern, der seine Geburt ankündigte, über das blaue Wasser aus dem die Jünger ihre Fische gezogen haben, und bis zum Grün des Baumes auf dem Zachäus gesessen hat. Und all die Farben, die Bartimäus der Blinde wieder gesehen hat, nachdem er geheilt wurde.  Lazarus in seinen weissen Leichenbinden und der dunkle Rotwein am grossen letzten Fest von Jesus mit seinen Jüngerinnen und Jüngern.

Der Montag startete gerade mit einem Highlight: ein spontanes Blitz-Weihnachtsmusical wurde aufgeführt. (Nachdem wir uns vom Schock erholt hatten, dass der Stärnschnuppemusical Kellerraum voller Requisiten ein paar Türen weiter gewandert war
Die Suche nach dem Goldschatz der drei Weisen/Könige hat so Spass gemacht, dass unsere jungen Leiterinnen einfach selbst noch eine Schatzsuche für den Waldnachmittag am Mittwoch geplant haben.
Diese Art von Spontanität und Flexibilität finde ich an der Kinderwoche echt super – man hat Zeit! Zeit mit den einzelnen Kindern; Zeit, um Ideen aufzunehmen und an einem anderen Tag zu machen. Aber halt auch viel Zeit, in der die teilnehmenden Kinder einfach frei im Futura spielen, töggelen, basteln, (Grusel-)Geschichten erzählen usw.
Aber im Gespräch mit einzelnen Kindern neben dem grossen Trubel hören wir auch immer wieder, was sie beschäftigt und mit welchen Herausforderungen sie schon konfrontiert sind.
Mit einer Alterspanne von Kindergarten bis 5. Klasse bleibt es immer eine Herausforderung das Programm für alle spannend zu halten. Aber diese Durchmischung ist in so vielen Dingen auch eine Bereicherung! Wie sie einander beibringen wie man „Fingerlismet“ und sie einander mit Begeisterung immer wieder anstecken, sich gegeinander messen oder bei kleinen und grösseren Problemen einander helfen.
Ausflüge in die Umgebung mussten natürlich auch sein; von der Schifffahrt ins Neuhaus über den Spielplatz beim Lombach. (Wo man erstaunlich gut 15,14 Versteckis spielen kann.)
Den schon erwähnten Nachmittag im Wald, der mit Schatzsuche und bräteln viel, viel zu schnell vorbei gegangen ist. Und für ein nächstes Jahr weiss ich, dass es mindestens 2 grosse Packungen Marshmallows braucht Auch dieser Nachmittag ist wirklich nur möglich gewesen dank der Mithilfe vom ganzen Team der Kinderwoche: im ganzen 4 Erwachsenen, die über die verschiedenen Tage verteilt mitgeholfen haben, und unsere 2 jugendlichen Leiterinnen, die voller Energie die ganze Woche unverzichtbar waren!
Einen Nachmittag haben wir es uns mit Popcorn im FuturaKino gemütlich gemacht, und am Freitag, dem heissesten Tag der Woche, haben wir uns in den Beatushöhlen abgekühlt und nach dem Drachen Ausschau gehalten.
Ein kleines Fest bei dem noch mal die besten Lieder der Woche den Eltern vorgesungen wurden und Föteli der Woche geschaut wurden, musste natürlich auch sein.  (Das Highlight davon waren wohl die Kuchen & Brownies, die wir mit den Kids am Tag zuvor gebacken und verziert haben.)

Und ganz zum Schluss sangen wir das Lied, dass uns schon die ganze Woche begleitete – als Abschluss dieser tollen Woche.
Aber hoffentlich klingt es auch als Segen für das beginnende Schuljahr nach:
„Ig wünsche dir:
Ä Schutz vorem Sturm,
Es Liecht i dr Nacht,
E Mantel für e Räge,
Und e Fründ wo mit dir lacht!“

Lea Zeiske – August 2023