Nasenflügelbeben

Foto: Heinz Käser

In seinem Gedicht «Morgenwonne» braucht Joachim Ringelnatz das schöne Wort «Nasenflügelbeben». Aktuell kann ich dieses Beben körperlich nachempfinden, wenn ich unten an der Aare joggen gehe und die Lindenblüten inhaliere. Die kurze Strecke wird mir zur Wohlfühloase, zum Sinneserlebnis, zur Lindenallee …!

Lindenblüten sind Lebenszeichen in Gottes schönem Garten. Sie ziehen Menschen und Bienen in ihren Bann. In der Pflanzensymbolik wird die Linde mit Heimat gleichgesetzt. Anklänge finden sich im alten Liedgut: «Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum. Ich träumt in seinem Schatten so manchen süssen Traum.»

Werden die frischen Blüten in der Pfanne mehrmals kurz aufgekocht, bekommt der Tee eine rötlich goldene Farbe. Werden die Blüten getrocknet, steht im Winter ein Entzündungshemmer frei Haus zur Verfügung.

Lindenblüten sind ganzheitliche Medizin: der Duft für die Nase, die Farbe fürs Auge und der Tee fürs Herz. Sie fördern Herzwärme, Augenschmeicheln und Nasenflügelbeben.

Heinz Käser, Sozialdiakon