Ich liebe Rätsel

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Ich liebe Rätsel! Natürlich nicht nur die gängigen wie Kreuzworträtsel und SuDoKu, sondern manchmal auch das Finden von Unterschieden oder komplexere Rätsel, die sich in der Suche nach einem Mörder in Krimis oder bei kniffligen Psychothrillern zeigen. Rätseln ist etwas Spielerisches, wobei ich auch noch etwas lernen kann, wenn eigenes Wissen nicht ausreicht.

So kam ich auf die Idee, dieses Jahr am Seegottesdienst im Neuhaus den Mitfeiernden auch ein Rätsel aufzugeben. Passend zum Wetter und der Ferienstimmung vermittelnden Musik der Steeldrums wurden bunte Sonnenbrillen mit dem Logo KGU an der Seite verteilt. Findige Rätselfüchse erraten sicherlich schon dessen Bedeutung: KirchGemeinde Unterseen. Stimmt, aber das wäre doch gar zu einfach. Für die drei Buchstaben präsentierte ich am Gottesdienst mit Taufen eine Auflösung: Kraftvoll Gesegnet Unverzagt. Doch ich war überzeugt, dass da noch andere Auflösungen der drei Buchstaben möglich sind. Also lud ich alle ein, die gerne Rätseln, mir bis Ende Juli ihre Lösungsvorschläge zu schicken. Und es kamen ein paar originelle Vorschläge. Hier die drei Gewinnerauflösungen:

1. Platz «Kunterbunt Gutgelaunt Umgänglich»,

2. Platz «Kirche Ganz Unkonventionell»

3. Platz «Konsequent Gott Umarmen».

Natürlich gab es auch etwas zu gewinnen. Die Jury bestehend aus dem Kirchgemeinderat und den Mitarbeitenden vergab Punkte und wählte so die drei originellsten Lösungen aus. Die GewinnerInnen erhalten nun eine Nachricht und einen Gutschein von unserem Bäcker Mohler. Herzlichen Glückwunsch!

Bild: Natalie Aebischer

Einem Rätsel gleicht auch das Lesen biblischer Texte. Wie bei einem Kreuzworträtsel braucht es zum Entschlüsseln der Bibel auch ein gewisses Mass an Wissen. Besonders wichtig dabei ist das geschichtliche Hintergrundwissen zu den Zeiten, in denen die Texte entstanden sind. Dieses hilft enorm, um die Texte einordnen und deren ursprünglichen Sinn entziffern zu können. Kenntnisse der biblischen Texte und des Aufbaus der Bibel erleichtern das Lösen des Rätsels zusätzlich, denn die meisten Texte enthalten Anspielungen auf andere biblische Texte oder setzen deren Kenntnisse voraus.

Da ich im Studium noch die alten Sprachen gelernt habe, in denen die Texte ursprünglich geschrieben sind, kann ich auch direkt selbst eine Übersetzung eines Textes machen – das braucht natürlich etwas mehr Zeit als das Lesen der deutschen Übersetzungen, aber mitunter lassen sich in den kleinen Nuancen, die sich je nach Wortwahl bei der Übersetzung ergeben, spannende Dinge entdecken. Ein kleines Beispiel: viele kennen sicherlich das Sprichwort «Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf» – ein Wort, das sich aus Psalm 127,2 verselbständigt hat und meint, dass es gewissen Menschen ganz einfach fällt, Dinge zu erreichen. Aber eigentlich heisst es bei genauer Lektüre im Urtext nur: «Den Seinen gibt der Herr den Schlaf»! Gut ausgeschlafen fällt natürlich Vieles leichter, aber eben, die Arbeit muss dann doch selbst gemacht werden und kommt nicht einfach im Schlaf zu uns in den Schoss.

Mit etwas Übung lassen sich also unsere manchmal als verstaubt bezeichneten Bibeltexte auch enträtseln. Lösungen gibt es dabei natürlich Verschiedene. Und sie können durchaus in unserem Alltag aktuell sein oder werden.

Habe ich Ihre Neugier geweckt? Dann fangen Sie doch einfach an zu lesen und zu rätseln – Hilfe finden Sie nicht nur online, sondern auch bei uns vor Ort im Gottesdienst oder in persönlichen Gesprächen…

Ich wünsche Ihnen viel Spass, guten Mut und Durchhaltewillen bei den Rätseln, die sich Ihnen stellen und gute und lebensfreundliche Lösungen.

Pfrn. Natalie Aebischer